Von Martin Born. Aktualisiert am 11.01.2010

Der 35-Jährige, der für die Moldau startet, überraschte mit einem 7. Platz.

Eine triumphale Rückkehr: Urs Imboden erzielt sein zweitbestes Ergebnis im 99. Rennen.

 

Eine triumphale Rückkehr: Urs Imboden erzielt sein zweitbestes Ergebnis im 99. Rennen.
Bild: Keystone

Vor vier Jahren wurde er ausgemustert. Er war zu langsam. Und zu alt, um als Fahrer zu gelten, in den sich weitere Investitionen lohnen. Urs Imboden hatte ein gewisses Verständnis dafür. Aber keine Lust, den Bettel hinzuschmeissen. Als sich die Möglichkeit, für die Republik Moldau zu starten, nicht als Jux herausstellte, sondern Wirklichkeit wurde, packte er die Chance. Aus dem Münstertaler wurde ein «Exote», der mit einem Trainer aus dem benachbarten Vinschgau durch den Weltcup tingelt, seine Ski selber präpariert und immer wieder darum kämpfen muss, dass er mit andern Teams wie den Slowenen oder den Deutschen trainieren kann.

Am Donnerstag feierte Urs Imboden seinen 35. Geburtstag. Gestern Sonntag wurde aus dem exotischen Veteranen wieder ein Schweizer - wenigstens in den Augen der 12'500 Fans im Adelbodner Zielraum, die ihn mit roten Fahnen und Jubel empfingen. «Es ist schön, dass man mich hier nicht vergessen hat», sagte Imboden, «und es ist fantastisch, dass mir ausgerechnet hier ein solches Ergebnis geglückt ist.»

Winzige Olympiadelegation

Der 7. Platz ist sein zweitbestes Ergebnis im Weltcup, erzielt im 99. Rennen, mehr als neun Jahre nach seiner Bestleistung, einem 5. Platz im Slalom von Aspen. «Chapeau», sagte Martin Rufener, der Schweizer Cheftrainer, der Imboden einst vor die Tür gestellt hatte, «wer das im Alleingang schafft, muss einen riesigen Willen haben. Davon könnten sich einige Fahrer eine Scheibe abschneiden.»

Imboden, der vor 13 Jahren beim Slalom von Wengen im Weltcup debütierte, fuhr noch nie so gut Ski wie gerade jetzt. Und er steht vor den schönsten Wochen seiner Karriere. Die Slaloms folgen sich Schlag auf Schlag, und als Höhepunkt wird die winzige Delegation aus Moldau nach Vancouver reisen. Imboden träumt von einer Medaille, «weil bei Olympia immer alles möglich ist». Er weiss, wovon er spricht: Vor 8 Jahren in Salt Lake City verpasste er Bronze als Fünfter nur um 7 Hundertstelsekunden.